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Einen Korb bekommen

Was ist an einem Korb so schlimm? Eigentlich gar nichts! Körbe sind schön und praktisch. Einen Korb voll mit Obst zu bekommen, ist zum Beispiel sehr schön. Aber manche Körbe bekommt niemand gerne …
 
Anna geht ans Telefon: „Hallo Michael, schön von dir zu hören!“ Sie lässt das „schön“ bewusst ironisch klingen. Michael ist Annas bester Freund, aber er war in den letzten Wochen damit beschäftigt, einer schönen Blondine namens Katharina hinterherzulaufen. Anna und er haben schon lange nicht mehr miteinander telefoniert. Jetzt erzählt Michael, was er in den letzten Wochen alles erlebt hat: Er hat Katharina jeden Tag nach der Uni nach Hause begleitet. Er hat ihr Blumen geschenkt. Er hat sogar auf ihren Hund aufgepasst. Aber als er mit ihr ins Theater gehen wollte, hat sie Nein gesagt. „Stell dir vor“, sagt Michael zu Anna: „Ich habe die besten und teuersten Karten gekauft. Aber sie hat mir eiskalt einen Korb gegeben. Einfach so. Sie hat gesagt, dass ich nur ein guter Freund bin, mehr nicht.“ Anna ist nicht überrascht. „Kein Wunder, dass du einen Korb bekommen hast. Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass sie nicht auf dich steht.“ „Du hattest ja recht“, antwortet Michael, „ich hätte auf dich hören müssen. Und es tut mir leid, dass ich mich nicht gemeldet habe. Vielleicht hast du ja Lust, mit mir ins Theater zu gehen?“ Anna denkt nach. „Ach, ich glaube, da habe ich keine Lust drauf. Frag lieber jemand anderen.“ Dann legt Anna auf. Michael ist geschockt. Zwei Körbe an zwei Tagen, das hat er nun wirklich nicht verdient! Oder doch?